{INTERVIEW} ― VIER FRAGEN AN PATRICIA, DIE HERAUSGEBERIN DES MAGAZINS THE MOTHERING JOURNEY

 

Vor einiger Zeit hatte ich die ganz große Ehre, einen Beitrag über meine Art des Fotografierens für die Winterausgabe des Magazins THE MOTHERING JOURNEY zu schreiben. Und außerdem zierten der Räuberjunge und ich sogar das Cover. (Wer hätte gedacht, dass ich es mal auf die Titelseite schaffe ...) Eine Zeitschrift voller Herz und Liebe von Frauen und Müttern für Frauen und Mütter. Mit Themen, die eigentlich ganz natürlich und „alltäglich“ sind, ohne dabei jedoch klischeehaft zu sein. ― Ich lernte dabei Patricia, die Herausgeberin von THE MOTHERING JOURNEY, kennen und war sofort berührt und inspiriert von ihrer Ehrlichkeit und wärmenden Herzlichkeit, aber auch von ihrer innerlichen Ruhe. Und so bat ich sie, mir ein paar Fragen zu beantworten ...

SchwangerschaftsfotografieBabybauchfotografieJenaSaaleHolzlandKreisWeimarApoldaKarolinRögner

LIEBE PATRICIA, WAS BEDEUTET ES FÜR DICH, MUTTER ZU SEIN?!

Für mich persönlich ist das Mutter-Sein ein Weg zu mir selbst. Das klingt vielleicht beim ersten Lesen komisch, weil man ja als Mama offensichtlich viel, viel weniger Zeit für sich selbst hat. Den Mütter-Generationen vor uns ging es da auch noch ganz anders, denn ihre Persönlichkeit, ihre Wünsche und Träume fanden oftmals keinen Raum in der typischen Rollenverteilung. Heute haben wir das große Glück, dass wir uns davon freimachen können. Das wird uns jedoch nicht geschenkt, denn es ist das Eine, der Überzeugung zu sein, dass wir etwas so nicht mehr wollen, aber wie wollen wir es dann?! Genau bei dieser Frage fängt es an spannend zu werden. Wir müssen herausfinden, wer wir sind, was wir denn wirklich wollen und genau nach diesen Vorstellungen dann unser Familienleben gestalten. 

Und wir hören und lesen so oft, Kinder wären unser Spiegel. Bis ich die Essenz dieses Satzes wirklich verstanden hatte, dauerte es eine Weile. Es brauchte die Erfahrung, viele Wiederholungen und vor allem meine stetige Offenheit in allen alltäglichen Situationen Beobachter zu sein, um die Geschenke zu erkennen, die in herausfordernden Situationen verborgen waren. Ich bin wirklich eine Leseratte und habe mich quer durch viele, viele Bücher von Jesper Juul und ähnlichen Autoren gelesen, allerdings war ich überhaupt nicht darauf vorbereitet, welchen Konditionierungen in mir ich da im echten Leben begegne. Auch heute gibt es immer wieder Situationen, die mich über mich selbst schmunzeln oder auch mal erschrecken lassen. Ich konnte aber lernen, auch sanft zu mir zu sein. Ich muss nicht perfekt sein. Ich bin auch Lernende. Und immer im offenen, herzlichen Austausch mit den Kindern zu sein. Und eben eine Entschuldigung auszusprechen, wenn es angebracht ist. So darf ich durch das Mutter-Sein ganz viel Altes loslassen. Heute sehe ich mich als Baum, der sich langsam und stetig in die Höhe streckt. Und auch wenn es um mich herum manchmal einen Sturm gibt, lerne ich, bei mir zu bleiben, mich gut zu verwurzeln und den Sturm vorbeiziehen zu lassen.  

Einen sehr wichtigen Aspekt gibt es außerdem noch für mich. Unsere Welt versinkt im Chaos und wir brauchen mutige, kreative Köpfe, die mit Hingabe und Liebe diese Welt neu gestalten. Ich glaube, dass wir die Eltern sind, die genau diese Kinder ins Leben begleiten, die ohne Angst und mit viel Herz das Alte gehen lassen und das Neue schaffen. Es wird nicht lange dauern und wir werden staunend beobachten können, wie diese jungen Menschen zeigen, welche gestalterische Kraft in ihnen wohnt. 

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WIE UND WARUM BIST DU AUF DIE IDEE GEKOMMEN, EIN MAGAZIN ÜBER DAS MAMA-SEIN ZU VERÖFFENTLICHEN?! UND WARUM WAR ES DIR WICHTIG, ES IN GEDRUCKTER FORM HERAUSZUGEBEN?!

Wenn ich zurückdenke, haben Zeitschriften schon immer mein Leben begleitet. Ich gab schon als kleines Mädchen in den Ferien mein ganzes Taschengeld dafür aus. Über die Jahre hinweg mit meinem Wachsen änderten sich die Themen, aber ich wurde immer fündig. Heute gibt es ja unzählige wundervolle Zeitschriften, vor meiner Schwangerschaft waren es noch nicht so viele, aber es gab sie. Solch eine Zeitschrift in der Hand zu haben, hat immer etwas besonderes mit mir gemacht, ein besonderes Gefühl in mir ausgelöst.

Als ich dann schwanger war, lag es so nah, dass diese Phase meines Lebens nun auch von einer Zeitschrift begleitet wird, aber es war wirklich gruselig, was es da so auf dem Markt gab. So wurde wohl die Idee geboren. Jedoch war ich meilenweit davon entfernt, mir vorzustellen, ich könnte das ins Leben bringen. Konkreter wurde es dann erst, als wir aufs Land gezogen und ich in Berlin meine Arbeit als Geburtsvorbereiterin hinter mir gelassen hatte. Es war klar, dass das hier auf dem Land wesentlich schwieriger werden würde, zudem waren die Zwillinge unterwegs. Und im ersten Jahr mit den Zwillingen wurde es dann immer konkreter. Ich verliebte mich immer mehr in diese Idee, wusste jedoch nicht wirklich, wie ich es angehen könnte.

Irgendwann kam dann der Gedankenblitz, das Magazin einfach online zu veröffentlichen. Die Kosten waren überschaubar und ich konnte mal schauen, ob die Frauen sich ein Magazin in dieser Art wünschen. Von Anfang an bin ich auf so große Begeisterung und vor allem Unterstützung gestossen. Dann ging es weiter Schritt für Schritt … Mein großer Wunsch, es als gedrucktes Magazin herauszugeben, liegt also genau darin begründet, dieses besondere Gefühl es in den Händen zu halten, es voller Vorfreude wie einen Schatz aus dem Briefkasten zu fischen.

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ES GIBT SCHON VIELE ZEITSCHRIFTEN FÜR FRAUEN UND ZU DEN THEMEN SCHWANGERSCHAFT, BABY UND FAMILIE. WAS MACHT THE MOTHERING JOURNEY ANDERS?!

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Autoren des Magazins Frauen sind, die direkt mit den schwangeren Frauen, Müttern oder Kindern arbeiten. Thematisch ist es viel, viel bunter als andere Magazine. Es finden sich wiederentdeckte Ansätze darin wieder, die vor allem Körper, Geist und Seele umfassen. Es geht ganz klar darum, das Vertrauen in dieser Lebensphase zu stärken, vor allem das Vertrauen in die natürlichen Abläufe, die ganz ohne unser Zutun geschehen, ob das nun während der Schwangerschaft, der Geburt ist oder auch wenn es um die natürliche Entwicklung der Babys und Kinder geht. Ein weiterer Schwerpunkt ist auch die Weiblichkeit, das Frau-Sein, das Ich-Sein. Denn wie für mich beginnt für viele Frauen mit dem Mamawerden eine besondere Reise zu sich selbst.

 

WENN DU AN DIE ZUKUNFT VON THE MOTHERING JOURNEY DENKST: WELCHE VISION HAST DU, WAS WÜNSCHST DU DIR?!

Ich wünsche mir, dass viele, viele Frauenherzen hüpfen, wenn sie THE MOTHERING JOURNEY in ihren Händen halten, dass es ihnen Vertrauen und Freude schenkt, dass es ihr Leben und das Leben ihrer Kinder und Partner bereichert. Es gibt rund um das Mama-Sein noch viele „Schattenthemen“, die zu wenig Aufmerksamkeit haben. Es gibt noch viel zu heilen. Und ich freue mich sehr darauf, diese Themen ins Licht zu holen.