{INTERVIEW} ― VIER FRAGEN AN TINA, TRAGEBERATERIN BEI EINGEWICKELT

 

Wenn ich meine liebe Freundin Tina, Trage- und Stoffwindelberaterin bei EINGEWICKELT, und ihren Sohn eingekuschelt in Tragetuch und RingSling von LOLLIK so sehe, dann wird mir immer wieder klar: Ein kleines Menschenkind zu tragen, bedeutet mehr, als es in ein meterlanges Tuch einzurollen. ― Es meint für mich, zu halten, geborgen zu sein. Ganz nah und nah am Herzen. Eine (Ur-)Erfahrung fortzusetzen, die Sicherheit gibt. Kraft und Verständnis für den anderen zu haben. Miteinander durchs Leben zu gehen und so eine Verbindung aufzubauen und zu festigen, die unabhängig ist von Zeit und Raum und die auch dann noch besteht, wenn unsere Kinder längst viel zu groß und schwer geworden sind, um sie uns auf den Rücken zu binden. Wenn wir es sind, die sie in ihren Herzen tragen.

FamilienfotografieBabyfotografieSchwangerschaftsfotografieBabybauchfotografieJenaSaaleHolzlandKreisWeimarApoldaKarolinRögner
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Liebe Tina, wie bist du ganz persönlich zum Tragen gekommen?! 

Dass ich mein Baby tragen möchte, wusste ich schon länger. Ich habe Freunde, die vor mir Kinder bekommen und diese getragen haben. Ich fand das immer gut und habe mir während der Schwangerschaft zwei Tragesysteme bestellt, von denen ich überzeugt war, sie würden uns gute Dienste leisten.

Im Januar vergangenen Jahres habe ich selbst das erste Mal Kontakt zu einer Trageberaterin gehabt. Ich wollte wissen, ob ich meine FRÄULEIN HÜBSCH richtig eingestellt hatte und wie das mit der MANDUCA richtig funktioniert. Die Beraterin fragte, ob sie mal ein Tuch mitbringen soll. Um mir selbst zu beweisen, dass das nichts für mich ist ― 4,60 Meter Stoff um mich und ein Baby wickeln, das ich gerade einmal wenige Wochen kenne? Niemals! ―, sagte ich zu. Ich wollte es wenigstens versucht haben.

Tja, was soll ich sagen: Die FRÄULEIN HÜBSCH saß gut, die MANDUCA war mir anstrengend und beim ersten Versuch, das Baby in die Wickelkreuztrage zu nehmen, ist es einfach eingeschlafen. (Huch! Was für ein toller Zaubertrick.) Ich habe die 4,60m x 0,80m dann eine Woche ausgeliehen, um zu schauen, ob wir auch im Alltag damit klar kommen. Nun ... Der Trick mit dem Einschlafen hat jedes Mal funktioniert und nach nicht mal 48 Stunden hatte ich schon mein erstes eigenes Tuch bestellt. :) ...

FamilienfotografieBabyfotografieSchwangerschaftsfotografieBabybauchfotografieJenaSaaleHolzlandKreisWeimarApoldaKarolinRögner
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Ich lese immer öfter, dass Mütter sich als „Trage-Mamas“ bezeichnen und in Foren speziell nach Gleichgesinnten für gemeinsame Spaziergänge suchen. Was hältst du davon?!

Die Bezeichnung „Trage-Mama“ trifft auch auf mich zu, auch wenn ich sowohl trage als auch schiebe. Ich selbst definiere das für mich so, da ich es praktischer finde, mit dem Tragetuch unterwegs zu sein, als mit dem Kinderwagen. Ich bin einfach keine „Kinderwagen-Mama“. ;) ... Weiter bin ich grundsätzlich ein großer Freund von Austausch. Es macht Spaß, wenn man Interessen teilt, sich zugehörig fühlt und sich trifft, um untereinander zu fachsimpeln. Und sind wir ehrlich, umgeben wir uns doch alle viel lieber mit Menschen, die eine ähnliche Einstellung haben wie wir. 

Aber ich finde es auch wichtig, dadurch nicht automatisch jemanden auszugrenzen. Die Bereiche der Elternschaft sollten meiner Meinung nach nämlich viel weniger dogmatisch betrachtet werden. Um hier beim Tragen zu bleiben: Du trägst dein Baby vom ersten Tag an und wirst das auch tun, bis es das nicht mehr möchte? Toll! Du fährst gern mit dem Kinderwagen durch den Park? Mach' das! Die Mutter, die Rückenschmerzen bekommen hat, sollte am Ende kein schlechtes Gewissen haben, ihr Kind in den Kinderwagen zu setzen. Der Vater, der seinen Fünfjährigen von der KiTa bis nach Hause trägt, ebenso wenig.

FamilienfotografieBabyfotografieSchwangerschaftsfotografieBabybauchfotografieJenaSaaleHolzlandKreisWeimarApoldaKarolinRögner
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Tina, ich weiß, dass die Ausbildung zur Trageberaterin eine Herzensangelegenheit von dir war. Möchtest du erzählen, wieso?!

Um das Tragen ranken sich ― wie um so viele Bereiche beim bedürfnisorientierten Umgang mit Kindern ― unzählige Mythen und sehr viel Halbwissen. Seitdem ich trage und auch da aus meiner persönlichen Komfortzone heraus getreten bin, war ich mir immer sicher, dass ich alles richtig mache und habe versucht, mich nie verunsichern zu lassen. Tja, und dann kam ich an den Punkt, an dem ich genau das weitergeben wollte: Sicherheit. Sicherheit im natürlichen, bedürfnisorientierten Umgang mit Babies.

Ich wollte Eltern alle Fragen beantworten und so viele Sorgen wie möglich zerstreuen können. Video- und Bindeanleitungen sind so lang hilfreich, bis man sich fragt, wieso es eigentlich jetzt plötzlich hier oder da zwickt, ob das Baby eigentlich genug Luft unter der Jacke bekommt, warum auf einmal gequengelt wird beim Einbinden und was ich eigentlich im Winter unter der Tragejacke anziehe. Die Ausbildung war für mich dafür der richtige und wichtige erste Schritt.

Ich möchte niemanden davon überzeugen, dass sein Baby zu tragen der einzig richtige Weg ist. Aber ich werde versuchen, so viele Eltern ― und Großeltern oder Kindergärtner ― davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, sich damit zu beschäftigen. Vor allem bevor die Entscheidung fällt, ob es was Gutes ist oder nicht. Ob man es möchte oder nicht.

FamilienfotografieJenaBabyfotografieJenaSchwangerschaftsfotografieBabybauchfotografieJenaSaaleHolzlandKreisWeimarApoldaKarolinRögner
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Immer häufiger tragen auch Papas ihre Babys. Warum kann das Tragen gerade für Väter eine Bereicherung sein?!

Oft ist es die Mutter, die in den ersten Wochen den meisten Körperkontakt zum Baby hat. Dieser Körperkontakt gibt dem Kind Sicherheit, stärkt die Bindung und vermittelt ihm das Gefühl von „Hier gehöre ich hin!“. Trägt der Papa, kann er ganz nebenbei, genau das ebenso an sein Baby weitergeben. Vor allem Väter, die nicht gleich nach der Geburt zu Hause bleiben können, können so den „Beziehungstank“ in kurzer Zeit immer wieder auffüllen. Papa kann außerdem Mama ein wenig Freiraum schaffen und sogar nebenher den Abwasch erledigen. Und nur am Rand: Das Tragen kann für ALLE Familienmitglieder eine Bereicherung sein. Jedes Baby wird jeden Tag getragen. Aber wir können entscheiden, wie wir das tun. 

 

 

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InterviewKarolin Rögner