{INTERVIEW} ― Vier Fragen an Maria, Doula bei CASIA GEBURT

 

Einige „meiner“ Mamas, die ich fotografieren durfte, kenne ich bereits aus der Zeit, als sie noch nicht Mutter waren. Manchmal, wenn ich sie so ansehe, denke ich: „Hey, wie hast Du dich verändert, seit Du Kinder hast.“ Denn Kinder können eine so unglaubliche Entwicklung auslösen. Aber je länger ich darüber nachsinne, desto mehr scheint es mir, dass diese Veränderung eigentlich gar keine richtige Veränderung ist, sondern vielmehr ein Zurückkehren und Wiederfinden. Ein Werden, wer und wie Du schon immer warst.

Auch die warmherzige und lebhafte Maria Messing, liebevolle Mutter von mittlerweile zwei kleinen Wundern, ausgezeichnete Fotografin bei FREISICHTWERK und Doula bei CASIA GEBURT, hat über ihr Mama-Sein einen Kreis geschlossen und ist angekommen, wo sie begonnen hat. Nachdem ihre Leidenschaft die Fotografie jahrelang ihren Berufsalltag prägte, will sie sich nach den Baby-Flitterwochen auch noch einer ganz anderen beruflichen Herausforderung stellen und als Doula Familien bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleiten.

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Liebe Maria, der Begriff und der Beruf der Doula ist noch nicht sehr weit verbreitet im deutschsprachigen Raum. Was ist und was macht eine Doula und warum kann es für eine Frau und Mutter wichtig sein, eine Doula an ihrer Seite zu haben?

Doula bedeutet übersetzt: „Dienerin der Frau“. Genau das sagt eigentlich schon aus, was ich während meiner Arbeit mache. In der wunderbaren Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes stehe ich einer (werdenden) Mutter und ihrer Familie mit Rat und Tat zur Seite. Meine Arbeit beginnt dort, wo der Hebammenmangel seine Tribute gefordert hat. Ich gebe Kurse und Workshops, berate und begleite auch ganz individuell einzelne Frauen und Familien. Dies gibt den Frauen (und natürlich auch den Männern) Sicherheit. Ich versuche sie optimal auf die Geburt und das Danach vorzubereiten. Ich ermutige sie, sich ihren Wünschen und Vorstellungen zu öffnen.

So erreichen wir gemeinsam, dass eine Geburt nicht zum Horrorszenario à la Hollywood wird. Denn schließlich ist es nicht egal, wie unsere Kinder geboren werden. Das Erlebnis prägt uns alle ein Leben lang. Nur ein ganz kurzer Exkurs zur Statistik: Frauen mit einer Doulabegleitung unter der Geburt haben 60 Prozent weniger Bedarf an Schmerzmitteln, ein 50 Prozent geringeres Kaiserschnittrisiko und eine 25 Prozent kürzere Geburtsdauer.

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Nachdem Du viele Jahre sehr erfolgreich als Fotografin, insbesondere im Bereich Schwangerschaftsfotografie, tätig warst, möchtest du „deinen“ Familien nun langfristigüberwiegend als Doula begegnen. Warum hast Du dich für diesen neuen Weg entschieden?

Vor meiner Laufbahn als Fotografin habe ich Erziehungswissenschaften und Psychologie studiert, obwohl ich ursprünglich einmal felsenfest davon überzeugt war, Hebamme werden zu wollen. Ich war der Meinung und bin es eigentlich immer noch, dass die pädagogische Arbeit genau die meine ist. Doch wie das Leben manchmal so spielt, kam ein Jahr nach meinem Bachelorabschluss unsere erste Tochter zur Welt und mit dem Mutter-Sein veränderten sich auch meine Ansichten.

Ich entschied, mein Hobby zum Beruf zu machen und wurde Fotografin. Ich habe unendlich viel Spaß dabei, Erinnerungen in Bildern festzuhalten, den Menschen Freude zu schenken und kreativ zu sein. Als ich, immer auf der Suche nach etwas Neuem, bei der Geburtsfotografie landete, stellte ich fest, welch unheimlich großer Bedarf nach Unterstützung und Beratung in der Zeit der Schwangerschaft und Geburt bei den werdenden Eltern da ist. So entschied ich mich, Doula zu werden.

Mich fasziniert das Wunder Leben und ich finde es unglaublich bereichernd, wie viel ich den werdenden und frischgebackenen Eltern mit auf den Weg geben kann und ihnen so den Start in ein völlig neues Leben erleichtere. Es ist toll, meine Angebote an den Wünschen der Eltern ausrichten zu können und so finde ich immer wieder neue Kurs- und Beratungsideen, die ich umsetzen kann.

Ich finde eine Erfüllung, die ich mit der Fotografie nie hätte erreichen können, obwohl ich diese auch nicht ganz aufgeben möchte. Doch beide Felder lassen sich so wunderbar miteinander verbinden. Und so schließt sich auch der Kreis meines Berufswunsches. Ich bin wieder in dem Bereich angekommen, der mich schon zu Schulzeiten so maßgeblich interessiert hat.

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Nach deiner sehr umfangreichen Ausbildung zur Doula: Wie erlebst Du deine zweite Schwangerschaft und wie bereitest Du dich auf die Geburt deines Babys vor?

Meine zweite Schwangerschaft erlebe ich viel intensiver und tiefgründiger als die erste. War es bei unserem ersten Kind so, dass es hauptsächlich darum ging, das Baby endlich in den Armen zu halten, so setze ich nun alles daran, meine Schwangerschaft voll und ganz zu genießen. Leider hat das den Nachteil, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Ich sehe mich in Gedanken noch den positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten, obwohl der Geburtstermin eigentlich schon vor der Tür steht.

Ich bin viel entspannter und gelassener, versuche bewusst wahrzunehmen, was in mir passiert und, das ist wohl meine wichtigste Erkenntnis, ich vertraue auf mein Gefühl und auf meinen Körper. Ich freue mich unendlich auf die Geburt, für die ich dieses Mal keine Checklisten habe, ob alles erledigt ist. Ich bereite mich lediglich so vor, dass ich mir genau überlege, was mir in dem Moment gut tut, was und wen ich um mich haben möchte und versuche mich einfach zu entspannen. Und das rate ich auch jeder werdenden Mutter, denn Geburt findet auch im Kopf statt!

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Leider kann sich dein Bauchkind nicht (bewusst) an seine Lebenszeit vor seiner Geburt erinnern. Welches Wissen soll dein Baby dennoch vom ersten Herzschlag an begleiten?

Ich bin überzeugt davon, dass die Persönlichkeit unserer Kinder schon im Mutterleib geprägt wird. Sei es aus medizinischer Sicht durch die Flut an Hormonen, die wir Mütter in bestimmten Situationen ausschütten oder auf einer viel tiefgründigeren, seelischen Ebene. ― Einzig und allein sollte unser Baby von Anfang an wissen, dass es geborgen, sicher und willkommen ist und geliebt wird.

 

 

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